Damit unser Körper seinen Funktionen und Aufgaben gerecht werden kann, benötigt er Energie. Diese Energie führen wir ihm in Form von Nahrung zu. Die wichtigen Bestandteile der Nahrung, die in Energie umgewandelt werden können sind Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Überschüssig zugeführte Mengen dieser Grundsubstanzen, die nicht in Energie umgesetzt werden, werden in Form von Körperfett gespeichert. Das heißt, Kohlenhydrate und Eiweiße werden in Fett umgewandelt und Fette werden modifiziert. Diese Erkenntnisse waren der Wissenschaft seit langem bekannt, als man in einem Experiment feststellte, dass es noch etwas anderes geben musste, als Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Man fütterte Mäuse mit einer synthetisch hergestellten Milch, in der alle dieser drei Grundsubstanzen in ausreichender Menge enthalten waren. Das Resultat des Experimentes war, dass die armen Tierchen krank wurden und eingingen. Was aber waren diese unbekannten Nahrungsbestandteile, die offensichtlich unbedingt in der Nahrung enthalten sein müssen ?
Die Lösung dieser Frage gelang, als man beobachtete, dass in der Krankenabteilung eines Strafgefangenenlagers die Patienten ausschließlich geschälten Reis zu essen bekamen. Es wurden Mangelerscheinungen beobachtet und Erkrankungen stellten sich ein. Es musste also in der Spreu des Reises etwas Lebensnotwendiges enthalten sein. Casimir Funk, ein polnischer Biochemiker, konnte aus der Reiskleie einen Stoff isolieren, der die Erkrankungen der Gefangenen heilte. Funk erfand für diesen Stoff das Kunstwort Vitamin, denn der Stoff war eine Stickstoff enthaltende Verbindung (amin) und war für das Leben (Vita) notwendig. Dies geschah im Jahre 1912 und seither wurden die Strukturen und Eigenschaften der Vitamine gründlich erforscht und ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass viele verschiedene Gruppen und Unterarten von Vitaminen existieren.
Vitamine werden nur von Menschen und Tieren benötigt, Pflanzen kommen ohne sie aus. Bei Menschen und Tieren sind sie an fast allen Prozessen des Stoffwechsels beteiligt. Sie regeln die Verwertung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten, also den Grundbestandteilen unserer Nahrung. Vitamine stärken unser Immunsystem und spielen eine unverzichtbare Rolle beim Aufbau von Blutkörperchen, anderen Zellen unseres Körpers sowie von Zähnen und Knochen. Von der Grundstruktur sind Vitamine organische Verbindungen, die der Körper nicht selbst herstellen kann, sondern die ihm mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Ein Mangel an Vitaminen, hervorgerufen durch unausgewogene Ernährung, führt mittelfristig immer zu gesundheitlichen Problemen oder sogar zu ersten Erkrankungen.